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Meisterin der widerspenstigen Bilder
Sie hat als Schriftstellerin bereits 11 Romanen verfasst, in denen sie konsequent „gegen die heterosexuelle Matrix“ anschreibt. Karin Rick zeigte Ausschnitte aus dem 1996 gedrehten Dokumentarfilm „Glamorous Journey“, der sie als Autorin porträtiert. „Als mir die Filmemacherinnen den Freiraum ließen, mich zwischen den Interviews selber zu positionieren, hatte ich zunächst Angst, in die Klischee-Falle zu tappen; denn jede Selbstdarstellung ist eine Gratwanderung zwischen Subjekt und Objekt. Deshalb griff ich tief in die Schublade für imaginierte Weiblichkeitsbilder und stilisierte mich mit einem Augenzwinkern abwechselnd als Vamp, Rebellin und Domina.“ (siehe hierzu auch Vortrag von Karin Rick >hier)

Das Resultat ist eine Traumreise in ein fantastisches Universum, das Karin Ricks Wunsch, „alltagsfremde Schichten“ überzuziehen, um so der eindeutigen Festschreibung zu entkommen, verdeutlicht.
Auch in ihren Romanen versucht sie, traditionelle Rollenmuster zu brechen. „Das Schreiben über Sex ist das allerschwierigste, weil eine sexuelle Situation ohne Distanz oder Selbstironie schnell langweilig wird. Der „Kick“ kommt erst zustande, wenn etwa Komik ins Spiel kommt, die die Erwartungshaltung bricht. Das ist vom Formalen her eine Wahnsinnsarbeit!“

Für die Schriftstellerin Karin Rick bündelt das Konstrukt der – meist bisexuellen – „Garçonne“ weibliche Ausbruchsphantasien. Während der 1920er Jahre tummelten sich diese „Rebellinnen“ in Film und Literatur als VOR-Bild für eine große Bandbreite von imaginierten oder realen Frauengestalten. Allerdings, so Karin Rick, habe ein ökonomisch begründeter Backlash diesen Typus Frau endgültig gekillt.

Dennoch plädiert Rick am Schluss ihres Vortrags (siehe: „Glamorous Journey oder Marilyn Monroe stirbt nicht mehr“) für die Wiederbelebung des weiblichen „Tricksters, als ambivalente Figur für ein weibliches Verhaltensrepertoire.“

 

Sabine Perthold in:
Klischee ade! WE WANT MORE ROCK ’N’ ROLE
Eine Veranstaltung von Frauen Arbeit Film, 22.September 2010 im Palais Porcia
Klischees aller Art prägen unseren Alltag. Es ist schwierig, ihnen zu entkommen. Doch bieten Role-Models fernab von Althergebrachtem auch die Chance für neue Frauenbilder. Gleichstellung existiert teils nur am Papier, aktuelle Zahlen zeigen ein anderes Bild. Weg mit der diese Missstände nur kaschierenden Blümchentapete, her mit konkreten Fakten! Wir fordern innovative Role-Models!
Vertreterinnen aus den Bereichen FRAUEN ARBEIT FILM, die über ihre Spartengrenzen hinausblicken, boten dazu Vorschläge
www.frauenarbeitfilm.at
Sabine Perthold

 

Publizistin, Kuratorin und Projektleiterin im Kunstbereich. Dissertation über Elfriede Jelineks genresprengende Theaterstücke. Organisatorin mehrerer Film- und Videofestivals (Rote Küsse 1989, Bilderwandel 1991, Dressed to film 1992). 10 Jahre Geschäftsführerin des Drehbuchforums Wien. Mitglied in Entscheidungsgremien für Film, Literatur und Theater.
Publikationsauswahl zum Thema „Film“:
Rote Küsse, ein FilmSchauBuch, Tübingen 1990
Let´s talk about Media, Medienkünstlerinnen im Gespräch, Wien 1993
Der gebrauchte Autor. Zur Situation der DrehbuchautorInnen in der Fernsehlandschaft, Wien 1998
Script Guide – Österreichs erste Auflistung professionell arbeitender FilmautorInnen, Wien 1999
Das Drehbuch. Von der Idee zur Realisierung, Wien 2004
www.medienfrauen.net